Einen Bibeltext zum Skifahren zu finden, ist eindeutig eine Herausforderung. Doch mir als eurosportgebildete Person, die fröhlich von ihrem sicheren Sofa aus professionellen Abfahrtski schaut, fällt sofort ein Moment ein, über den es sich zu reden lohnt und der sich auch in der Bibel finden lässt: Dieser Moment, wo der Sportler im Starthäuschen steht, auf die viel zu steile Piste schaut, Luft holt und sich runterstürzt. Ganz objektiv betrachtet ist das Wahnsinn. Doch sie haben Vertrauen in ihre Fähigkeiten und in das Material, mit dem sie unterwegs sind. Und da fällt mir Mose ein, wie er am Schilfmeer steht, die Ägypter im Anmarsch und seinen Fuß ins Wasser setzt. Objektiv betrachtet, ist das auch eher wahnsinnig – denn durch Meere kann man bekanntlich nicht laufen. Doch auch er vertraut. Nicht auf sich, sondern auf den Gott, der ihn bis hierher geführt hat und der ihm genau das gesagt hat.
Wir müssen uns meistens weder eine viel zu steile Piste runterstürzen, noch stehen wir vor einem unüberwindbaren Hindernis während wir von Feinden bedrängt werden. Aber es gibt viele andere Momente, wo diese Geschichte für uns relevant sein kann. Ich möchte sie auf folgende übertragen: Es gibt diese kleinen Momente, wo wir wissen, was gut und richtig wäre, aber wir trauen uns nicht. Kurz innehalten, den Verkäufer tatsächlich anschauen und ehrlich „Frohe Festtage“ wünschen. Das Mädchen, das sichtlich aufgewühlt in der Bahn sitzt, ansprechen und fragen, ob man ihr was Gutes tun kann. Einem Familienmitglied sagen, dass man es lieb hat. Hilfe anbieten, wenn jemand Hilfe gebrauchen könnte. Eigentlich ist das gar nicht so dramatisch. Aber trotzdem machen wir es oft nicht, weil es ein Risiko ist. Ich möchte euch ermutigen, es zu wagen. Im Vertrauen auf Gott, der Liebe ist, und der diese Welt so angelegt hat, dass Menschen echte Freundlichkeit guttut. Auch wenn sie das manchmal nicht direkt zeigen können.
Angedacht von Rike